Auslober:

Pläne:

Europan 12, München, Plan 1

Europan 12, München, Plan 2

Europan 12, München, Plan 3

Platzhalter

Referenzen:

Europan 12, Standort München

Europan 12, München - Perspektive Straßenseite

Europan ist die größte europäische Wohn- und Städtebauwettbewerbs-Initiative für junge Architekten und führt im Zwei-Jahre-Rhythmus den gleichnamigen Architektur- und Städtebauwettbewerb zu aktuellen Themen mit dem Schwerpunkt Wohnungsbau durch. Die Ideenwettbewerbe betreffen Standorte, die von europäischen Städten vorgeschlagen werden. Sie richten sich an alle europäischen Architekten und Fachvertreter anderer Disziplinen unter 40 Jahren. Die ina Planungsgesellschaft ist der Preisträger des Europan 12 für den Standort München.

Aufgabe

Wettbewerbsaufgabe war es, Wohnquartiere aus den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts entlang des Mittleren Rings in München, einer stark befahrenen und lärmbelasteten Hauptverkehrsstraße, zukunftsfähig neu zu gestalten. Dies umfasste sowohl eine Nachverdichtung als auch die Schaffung eines Lärmschutzes zu der südlich des Grundsdtück gelegenen Straße.

Analyse

Die drei Zeilenbauten aus den 1960er Jahren befinden sich auf einem durch den mittleren Münchner Ring (Chiemgaustraße) stark lärmbelasteten Grundstück. Durch die Anordnung der Gebäude quer zur Straße sind auch die Freiräume von den Emissionen betroffen.

Die Entwurfsaufgabe umfasst daher zum einen die Erweiterung der vorhandenen Wohnflächen im Sinne einer Nachverdichtung und zum anderen die Verbesserung des Schallschutzes für die bestehenden und neu geplanten Wohnungen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich das Verkehrs- bzw. Lärmaufkommen der Chiemgaustraße langfristig reduziert. Dies wird entweder durch eine Verminderung des Individualverkehrs (geringeres Verkehrsaufkommen), abnehmende Schallemission durch leise Elektrofahrzeuge oder eine bereits in anderen Abschnitten umgesetzte Untertunnelung des Rings möglich.

Pikto Ausgangssituation

Konzept

Der vorliegende Entwurf berücksichtigt diesen Transformationsprozess der Chiemgaustraße und sieht daher eine Trennung der Funktionen Wohnen und Schallschutz vor.

Die vorhandenen Ost-West-ausgerichteten Baukörper werden nach Süden fortgesetzt, es entstehen neue Wohnungen, die sich zu den bestehenden Freiräumen orientieren. Der großzügige Abstand zwischen den bestehenden Zeilen ermöglicht außerdem die Aufstockung der vorhandenen Riegel um ein weiteres Geschoss. Zusätzliche Erschließungskerne an den Nordfassaden der Bestandsgebäude stellen die barrierefreie Zugänglichkeit des neuen 4. Obergeschosses und einiger Bestandswohnungen sicher und lehnen sich durch ihre Trapezform im Grundriss an die ansonsten straßenbegleitende Bebauung der Bacherstraße an.

Den Schallschutz übernimmt ein Wandelement entlang der Straße, das als temporäres Gebäude ausgeführt ist. Es ist mit verschiedenen wohnungsergänzenden, nicht lärmempfindlichen Funktionen belegt und bildet die im Straßenraum benötigte Kante mit eigenständiger Fassade.  Im Falle einer Verringerung der Schallemissionen kann das Element wieder entfernt werden und es können in einem dann verringerten Straßenquerschnitt der Chiemgaustraße weitere Wohnungen errichtet werden. Die vorhandene Erschließungszone des Wandelements kann dann für die Neubauten weitergenutzt werden.

Wohnungen

Die neuen Wohnungen sind im Bereich der Erweiterung des Bestands nach Süden und bei der Aufstockung gleich organisiert. Der Ost-West-ausgerichtete Grundriss ist in drei Zonen aufgeteilt: den Laubengang als horizontale Erschließung, eine Nebenraumspange an der Ostfassade und die nicht einsehbare, nach Westen orientierte Zone für Aufenthaltsräume.

Das aus zwei Grundeinheiten bestehende System ist an andere Orte mit vergleichbaren Rahmenbedingungen übertragbar: Ein zwei gleichwertige Räume enthaltendes „Endstück" schließt an das Bestandsgebäude an und eröffnet die neue Struktur. Nun können beliebig viele Grundmodule (je ca. 36qm) addiert werden, die eigenständig als kleinste Wohneinheit oder in Kombination funktionieren. So sind Konfigurationen für verschiedene Wohnformen in unterschiedlicher Größe denkbar.

Filter

Das 4m tiefe Wandelement entlang der Chiemgaustraße fungiert als Filter für die Lärmemissionen der mehrspurigen Straße und dient der Erschließung der neu entstehenden Wohnungen sowie der neuen Tiefgarage.

Daneben enthält es mehrere Funktionen, die optional die Wohnflächen ergänzen:

Eine weitgehend geschlossene Sockelzone nimmt wettergeschützte Radstellplätze, Briefkästen, Klingelanlagen und Müllräume auf und integriert die vorhandene Trafostation. Größere Öffnungen markieren die Eingänge bzw. Adressen der Neubauten.

In den oberen Ebenen finden sich zu den Wohnungen zumietbare Arbeits- und Gästezimmer, die zwar von Süden belichtet werden können, sich aber nur zur ruhigen Nordseite öffnen lassen. Größere Räume sind zur Anmietung für Feiern oder für nachbarschaftliche Gruppenaktivitäten (Sprachkurs, Hausaufgabenbetreuung, ...) vorgesehen. Gartennischen und ein Schwimmbecken in oberster Ebene stehen allen Mietern zur Verfügung.

Durch die vielfältigen Nutzungen entsteht eine Kombination aus geschlossenen, transparenten und begrünten Flächen und damit eine belebte Fassade zur Chiemgaustraße.

Im Sinne der Idee, dass sich das Verkehrs- bzw. Lärmaufkommen der Chiemgaustraße langfristig reduziert, handelt es sich um einen temporären Bau, der kurzfristig auf sich ändernde Bedingungen reagieren kann. Der Entwurf sieht den Einsatz von Seecontainern vor, die vergleichsweise schnell und kostengünstig auf- und abgebaut werden können. Die Container werden wie einzelne Regalelemente in die Bereiche zwischen den neuen Erschließungskernen übereinander gestapelt und lassen sich für die oben beschriebenen vielfältigen Nutzungen leicht umgestalten.

Freiräume

Die Freiräume erfahren durch den Schallschutz und die Verlegung der Tiefgarageneinfahrt an die östliche Grundstückskante eine erhebliche Aufwertung und werden neu gegliedert. Westlich der Gebäude befinden sich private Gärten, wodurch die bestehenden EG-Wohnungen deutlich an Attraktivität gewinnen. Die Gartenzone grenzt sich durch einen Niveausprung von der jeweils östlich der Gebäude liegenden Erschließungszone ab, in die Schnittstelle sind Sitzgelegenheiten integriert, die zum Verweilen einladen.

 

Planungsgesellschaft mbH
Schleiermacherstraße 12
64283 Darmstadt

Tel.: 06151/ 785 22 20

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.ina-darmstadt.de

 

 

Mitglied bei:

Logo AktivPlus e.V.

BDB

DGNB Logo